Der Katalog zur Ausstellung AUGE – EXPERIMENT dokumentiert 12 Positionen von KünstlerInnen zur Thematik der Wahrnehmung des Vorhandenen, auf der Suche nach dem Neuen.
…Den Künstler als Forscher interessiert aber nicht die neue visuelle Formulierung bekannter Inhalte, für ihn sind neue Inhalte und Vermittlungsformen relevant. Auch sie beziehen sich auf Vorhandenes, wenn sie analytischer Natur sind; die neue Sicht auf das Bestehende und ihre Transformation macht das Neue noch nicht aus. Immanenz schliesst das Neue aus.
…Das Vorhandene 1:1 wahrnehmen gelingt nur einen Augenblick lang bei der ersten Begegnung, bevor es von den Normen und Standards des Beobachters überlagert wird. Das Reale unterliegt einer Biegung, es wird konjugiert und in dessen Werteskala positioniert. Genauso umgeben auch die Konnotationen das Beobachtete, so dass viel mehr Kennzeichen des Wahrgenommenen in seiner Aura liegen als im Faktum Brutum (aus dem Katalogtext von Arnulf Rohsmann)
Textbeitrag: Kerstin Braun
“Melitta Moschik – Point of View”
Seite 35-37
